Die Entwicklung überdurchschnittlich und hoch begabter Kinder
Ãoberdurchschnitlich und hoch begabte Buben und Mädchen zeigen oft schon im frühen Kindesalter eine ausgesprochene Neugierde und Entdeckungsfreude gegenüber ihrer Umwelt. Sie nehmen ihre Umgebung genau wahr und beobachten alles, was um sie herum vor sich geht. Sie beschäftigen sich oft schon mit Fragen und Themen, die ihre gleichaltrigen Kollegen und Kolleginnen noch nicht interessieren. Lässt man sie gewähren oder unterstützt sie wohlwollend, erarbeiten sie sich frühzeitig Wissen und Lernstrategien, die zusammen mit ihrem höheren Potential den Wissensvorsprung und die Leichtigkeit beim Lernen im Vergleich mit ihren Schulkolleginnen erklären.
Der Einfluss der Familie
Prof. Dr. Willi Stadelmann weist in seinem Artikel "Frühe Förderung und lebensbegleitendes Lernen aus neuropsychologischer Sicht (siehe unter Forschung: lebensbegleitendes Lernen)" darauf hin, dass die soziale Herkunft der Kinder und das Familienklima über die Anpassungsfähigkeit des Gehirns (Plastizität des Gehirns) Verhalten, Wissen und Strategien des Kindes prägen. Die Bedürfnisse, die ein Kind an ein gutes Aufwachsen hat, sind die Gleichen, die ihm eine Entfaltung seines Potentials und die Umsetzung in Leistung ermöglichen.
Während der Schulzeit
Mit zunehmendem Alter wird der Austausch mit Kollegen und Kolleginnen immer wichtiger. Während bei den Erwachsenen die unterstützende Begleitung im Vordergrund steht, werden bei den Kindern eher die Kameradschaft, der freundschaftliche Wettbewerb und der Ideenaustausch gesucht. In beiden Fällen braucht der Bub oder das Mädchen aber das Wohlwollen seiner Umgebung in Form von Interesse an seinen/ihren Bedürfnissen sowie Anerkennung und Freude an seinem/ihrem Tun.
Pullout-Programme wie Mentorate und Kurse helfen Eltern und Schule bei der Förderung der überdurchschnittlich oder hoch begabten Kinder. Sie bieten den Austausch unter gleich denkenden Kindern, sowie eine angemessene Umgebung mit wohlwollender Unterstützung. Das Kind wird gefordert und hohe Leistungen werden ihm zugetraut. Es lernt dabei seine Grenzen kennen und sich selbst einschätzen. Es findet heraus, dass nichts verloren ist, wenn das gesteckte Ziel trotz Anstrengung nicht erreicht wird. Auch Erwachsene meistern neue Herausforderungen oft nicht im ersten Anlauf. Es gibt meistens mehrere Chancen und mehrere Wege um zum Ziel zu kommen. Eine Balance zwischen eigenen Bedürfnissen und sozialem Verhalten wird gezielt gefördert.
LERNEN HEISST AUCH:
- sich in Neuland wagen
- Risiken eingehen
- Fehler machen
Die Pubertät
Lange Zeit ist die Wissenschaft davon ausgegangen, dass die Reifung des Gehirns mit Beginn der Pubertät weitgehend abgeschlossen ist. Professor Dr. Lutz Jänke in seinem Referat "Das begabte Gehirn (siehe unter Forschung)" und auch der Artikel im GEO (September 2005) über die Pubertät zeigen auf, dass die Entwicklung des Gehirns bis zum 20. Lebensjahr dauert. Erst dann tritt es in den erwachsenen Zustand ein. Das hat zur Folge, dass Kinder und Jugendliche die Begleitung und klare Grenzen durch Erwachsene bis zu diesem Zeitpunkt brauchen.
Neuigkeiten
