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Denken und Vernetzen

Lernen im TalentstudioÃoberdurchschnittlich und hoch begabte Kinder brauchen anspruchsvolle und komplexe Problemstellungen, an denen sie sich messen können und andere Kinder, mit denen sie sich austauschen können. Im Verhalten und in der Lebenserfahrung sind sie jedoch Kinder und sollen es auch bleiben. Sie brauchen Lehrkräfte, die sie beim Wissenserwerb begleiten, sie dabei unterstützen Lerntechniken und Lernstrategien zu entwickeln und ihnen wohlwollend zur Seite stehen, wenn sie ihre Persönlichkeit weiter entwickeln. Ein besonderes Augenmerk müssen die Lehrkräfte dabei darauf richten, dass Zusammenhänge und Problemstellungen analysiert und bewertet, sowie Informationen miteinander verknüpft werden.

  • Die gute Vernetzung des Denkens
  • Das Denken hoch begabter Kinder

Die Informationen wurden dem Artikel von Frau Dr. Aiga Stapf, Psychlogisches Instutitut der Universität Tübingen schreibt im Artikel "Das Denken intellektuell hochbegabter Kinder (2.Teil)" (EHK, Von Haus zu Haus 1/2006) entnommen.

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Die gute Vernetzung des Denkens

die gute Vernetzung des DenkensÃoberdurchschnittlich und hoch begabte Kinder streben danach die Informationen gut zu vernetzen und sich Gedanken zu ihnen zu machen. Reiner Wissenserwerb ist für die nur bedingt interessant. In Diskussionen, Gesprächen und beim Lösen von Problemstellungen verknüpfen und vertiefen sie es immer mehr. Sie gehen dabei oft auch ganz eigene Wege. Es ist wichtig, dass sich Lehrkräfte mit Lösungsvorschlagen zurückhalten und versuchen die Ideen und Wege der Kinder zu verstehen und sie bei der Umsetzung zu begleiten. Hilfe soll in kleinen Portionen so wenig wie möglich aber so viel wie notwendig geboten werden.

Vor allem bei jüngeren Kindern ist es von den Eltern, der näheren Umgebung und dem Zufall abhängig, mit welchem Wissen sie schon in Kontakt gekommen sind und wie gut es sich vernetzen lässt. Hier gilt es herauszufinden, was schon alles vorhanden ist und wie es am besten zu einem gut verknüpften Ganzen ergänzt werden kann. Zudem gibt es Kinder, die sich auf einen Wissensbereich konzentrieren, sich dort sehr gut auskennen, dort sehr dicht vernetzt sind und über sehr hohe Kenntnisse verfügen. Sie können als Ausgleich anderen Wissensbereichen weniger Aufmerksamkeit schenken, was sich auf die Dichte des Netzes auswirkt.

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Das Denken hoch begabter Kinder

Das Denken hoch begabter KinderDas Denken wird in der wissenschaftlichen Psychologie heute als Problemlösen, Begriffsbildung, Identifizieren von Regeln (induktives Denken) und Schliessen nach Schlussfiguren der Logik (deduktives Denken) begriffen. Hoch begabte Kinder verfügen bei fast allen Komponenten des Denkens über eine grössere Flexibilität und eine höhere Effizienz, wobei die Aufgaben mit steigendem Alter komplexer werden müssen, dass heisst auf jeder Alterstufe den Fähigkeiten angemessen schwer sein müssen.

Die Art der Aufgabenstellung legt im hohen Masse die kognitiven Prozesse fest, die bei der Aufgabenbearbeitung zum Tragen kommen. Dabei ist logisches Denken ein wichtiger Bestandteil aller Problemlösungsprozesse.

Die Fähigkeiten hoch begabter Kinder aus Kindergarten und Grundschule

Die schon bei hoch begabten Säuglingen und Kleinkindern erkannte genaue Beobachtungsgabe, ihre frühe Unterscheidungs-, Vergleichs- und Urteilsfähigkeiten führen vermutlich dazu, dass hoch begabte Kindergartenkinder, Vor- und Grundschüler/innen sich durch die untengenannten Eigenschaften auszeichnen. Dabei ist zu betonen, dass sich keine Unterschiede zwischen hoch begabten und nicht hoch begabten Kindern in den sensorischen, den sensorische-motorischen Fertigkeiten oder der motorischen Kontrolle finden lassen.

  • Sie wissen mehr.
  • Sie wissen besser, was sie wissen.
  • Ihr bestehendes Wissen ist hochgradig untereinander verknüpft.
  • Neues Wissen wird sofort und in vielfältiger Weise mit dem bestehenden verknüpft.
  • Sie verfügen über eine bessere Selbstregulation des eigenen Denkens.

Die Denkprozesse bei hoch begabten Kindern

Die unterschiedlichen Denkprozesse hoch und durchschnittlich begabten Kindern lassen sich nach den Wissenschaftlern Waldmann und Weinert (1990) wie folgt zusammenfassen:

  • Hochbegabte Kinder erweisen sich hinlänglich des Erwerbs von Wissen, der Kapazität des Arbeitsgedächtnisses, der Effektivität ihrer Strategien sowie des Erkennen abstrakter Relationen als überlegen.
  • Einfachen basalen Prozessen des Wissensabrufs (z.B. schnelles Erkennen von Buchstaben) kommt keine differentielle Vorhersagequalität im Hochbegabtenbereich zu.
  • Komplexe (Denk-) Aufgaben klären mehr interindividuelle Varianz auf, dass heisst mit Hilfe einfacher (Denk-) Aufgaben lassen sich hoch und durchschnittlich begabte Kinder nicht unterscheiden.
  • Studien bei Erwachsenen lassen im räumlich-bildhaften Denken qualitative und quantitative Unterschiede zwischen hoch und durchschnittlich Begabten erkennen. Auch bei hoch begabten Kindern scheinen die bildhaften Repräsentationen effizienter abzulaufen.

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